IT im Versicherungsunternehmen

IT ist bei Versicherungen das Instrument zur Bearbeitung des Geschäfts - neben dem Menschen der wichtigste Produktionsfaktor. Zur Sicherung des Unternehmenserfolgs ist die IT ständig weiter zu entwickeln.


  • Versicherungsspezifische Aufgaben
    • Vertriebsunterstützung
    • Führen des Versicherungsbestandes
    • Sollstellung, Inkasso, Exkasso
    • Unterstützung Leistungserbringung und -abrechnung
    • Unterstützung Risikomanagement
    • Berichtswesen
  • Nichtversicherungspezifische Aufgaben
    • Allgemeines Controlling
    • Allgemeines Berichtswesen
  • Allgemeine Anforderungen (aus Geschäftssicht)
    • Betrieb sicherstellen
    • Jederzeit auf Markterfordernisse reagieren können
    • Die technische Weiterentwicklung geeignet umsetzen
  • Typische Fragen
    • Intensität und Rentabilität der Kundenbeziehung
    • Vertragsstatus (neu, in Mahnung, etc)
    • Rechnungsstatus (berechnet, gedruckt, versendet, bezahlt)
    • Status eines Geschäftsvorfalls
    • Rentabilität von Produkten
  • Herausforderungen
    • Komplexität der Abhängigkeiten zwischen den Systemen und den Anforderungen an sie → Menge der Prozessteilnehmer und Prozesschritte
    • Volumen der Daten → Performance, Speicherbedarf, Zeit (Batchfenster versus 24/7)

Themen der Branche

Themen der Branche

Architektur eines Erstversicherers

Architektur eines Erstversicherers

Typen von Versicherungssystemen

Individualsystem Standardsystem Mischlösung
Definition Alle Anwendungen werden individuell auf die Bedürfnisse des VU zugeschnitten. Alle Anwendungen werden durch ein System eines externen Anbieters abgedeckt. Individuell notwendige Softwarebestendteile werden punktuell bei Bedarf eingesetzt. Dieser Anteil beträgt in der Regel nicht mehr als 20%. Die Anwendungslandschaft besteht aus den „besten“ verfügbaren Komponenten, die sowohl Individualsoftware als auch Standardsoftware sein können.
Vorteile Lösung ist optimal an die Bedürfnisse des Hauses angepasst Allgemein notwendige Erweiterungen übernimmt der externe Dienstleister Jede Komponenten ist „die Beste“
Nachteile Notwendige (gesetzliche) Änderungen müssen vollständig selbst erbracht werden
Umstieg auf neue Technologien und Markterfordernisse langwierig
Einführung bedingt „Anpassung“ der Prozesse an die Software
Im Standard ist der vom Hersteller definierte Mainstream, nicht aber eine umfassende End-to-End-Lösung
Komplexität der Schnittstellen
Harmonisierung der Upgrades der einzelnen Komponenten
Vgl. auch Individualsoftware Standardsoftware

Anbieter von Standardlösungen

Eingesetzte Systeme

Produktsystem

  • kein „Verkaufsprodukt“
  • Unterstützt die Abwicklung der Anbahnungs-, Bestands-, Leistungs- und Risikotransferprozesse
  • Prozesssteuerungs- und Datenhaltungsfunktion
  • Ermöglicht schnelle Einführung neuer Verkaufsprodukte
    • Abbildung von Rechenregeln, Verkaufsbedingungen und zulässigen Prozessschritten in Definitionstabellen
    • Bestandssystem ist in der Lage auf die vorgegebenen Regeln automatisch zu reagieren
Produkt
Prozesssteuerung Bestand andere Komponenten
- Geschäftsvorfälle
- Prüfungen
- Automatische\manuelle Bearbeitung
- Bearbeiter\Gruppen
- Bearbeitungsrechte
- Sparteneinordnung
- Prämienberechnungsregeln
- Versicherungstechnische Zu-/Abschläge
- Steuern
- Übermittlung provisionsberechnungsrelevante Werte
- Werte zur Abwicklung der Rückversicherung
- Werte zu Regulierung im Schaden- bzw. Leistungsfall
- Kontierungs- und andere buchhalterisch relevante Werte

Bestandssystem

  • Verwaltet bestehende Versicherungsverträge
  • Mögliche Geschäftsvorfälle werden aus Regeln des Produktivsystems abgeleitet
  • Häufige Geschäftsvorfälle
    • Neugeschäft
    • Sollstellung
    • Änderung von vertragsrelevanten Daten → Risikoverringerung / -erhöhung
    • Ablauf

Abbildung des Vertrags

  • Fasst alle rechtlich und IT-technisch notwendigen Informationen zusammen
  • Herausforderungen in der Umsetzung ⇒ Allgemein Herausforderungen ERP und CRM Systeme
    • Benutzerergonomie
      • Bei Standardsystemen - die Adaption an die Kundenvorgaben
      • Lösung des Widerspruchs zwischen schnell und umfassend
    • Historienabbildung
      • Der Bestand lebt, auch rückwirkende Änderungen möglich
      • In LV die versicherungsmathematisch korrekte Abbildung der Zeitscheiben

Systematik der Spartensysteme

Sparte Sach, Rechtsschutz Kranken Leben
Unterstütze Produkte Kfz (Haftpflicht, Kasko), HUS (Privathaftpflicht), Rechtsschutz Vollversicherung, Zusatzprodukte zur GKV Leben-, Rentenversicherung, Fondgebundene Produkte
Eigenschaften Einfache Bestandsmerkmale, Relativ einfache Bestandsprozesse
In Kfz hohe Automatisierung, Schadensystem im wesentlichen einfach, außer bei Kfz
Einfache & komplexere (Risikoprüfung) Bestandsprozesse
Komplexes Leistungssystem
Komplexe Bestandesmerkmale und -prozesse, besondere Bestandsprozesse in FLV
Im Leistungsfall LV einfacher bei RV ggf. jahrzehntelange Rentenzahlung

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