Web Ontology Language

Definition

Akronym: OWL

  • OWL erweitert den Ansatz von RDF (ist ausdrucksstärker)
    • alle RDF-Eigenschaften können für OWL-Ontologien verwendet werden → OWL-Datentypen sind Unterklasse von RDF-Datentypen
  • OWL ist keine Wissensrepräsentationssprache (Knowledge repräsentation language)
  • OWL unterstützt Beschreibungslogik
  • OWL enstand aus DAML + OIL

Vorteile

  • bestimmbar
  • Zusammenfassende Folgerungen
  • Konsistenzprüfungen
  • dynamische Nachkoordination anstatt Vornummerierung.
  • Unterstützt Entwicklung, Kombination und Erstellung im großen Stil (Umfang)
  • Können die Ontologien als statische Raster veröffentlichen (Baukästen).
  • W3C-Standard (daher: Tools etc)

Nachteile

  • Verschiedene Modellierungsstile (insbes. beim Folgern).
  • Begrenzter Support für A-Box-Folgerung (bei Instanzen) in nachweisbaren Beschreibungslogik-Versionen

Hintergrund des Namen

  • Akronym eignet sich hervorragend zur Erstellung von Logos
  • Eulen werden mit Weisheit assoziiert
  • Bei Winny Puh gibt es wohl eine sehr schlaue Eule, die als einzige ihren Namen aussprechen kann, aber das nur mit dem Buchstabendreher „WOL“. (Dies war schon mehrfach ne Prüfungsfrage) – Stefan 2008/06/18 15:47

Designziele

  1. Auf die verteilten Ontologien, die öffentlich zugänglich sein werden, sollen sich unterschiedliche Datenquellen beziehen können
  2. Ontologien sollen sich auch auf andere Ontologien beziehen können, um diese mit zusätzlichen Informationen anzureichern
  3. In diesem Sinne soll auch die Evolution von Ontologien unterstützt werden, da sich durch das stetige Wachsen von Ontologien viele Änderungen ergeben können
  4. Insbesondere Kompatibilität, aber auch Inkompatibilität zu vorhergehenden Versionen soll spezifiziert werden. Verschiedene Ontologien modellieren dasselbe Konzept zum Teil unterschiedlich
  5. Häufig sind Ontologien zueinander inkonsistent, da keine kontrollierende Autorität existiert. Inkonsistenzen müssen automatisch erkannt und verarbeitet werden
  6. Große Ausdrucksmächtigkeit und gute Skalierbarkeit sind zwei wichtige, aber entgegen gesetzte Ziele, so dass für OWL eine gute Balance zwischen diesen gefordert wird

Struktur

Kopf eines OWL-Dokuments

<Ontology rdf:about=„“>
  <versionInfo>$Id Overview.html.v1.4 2002/07/31 19:44:09 henri Exp $</versionInfo>
  <rdfs:comment>An example Ontology</rdfs:comment>
  <owl:priorVersion rdf:resource=„http://www.beispiel.com/prior.owl“ />
  <imports rdf:resource=„http://w3c.org/2002/07/owl“ />
</Ontology>

Klassen

  • OWL-Klassen kennen einige Beziehungen mehr zu anderen Klassen als RDF-Klassen
  • Äquivalenz kann mit der Eigenschaft owl:equivalentClass bzw. owl:sameAs ausgedrückt werden
  • Mit owl:disjointWith kann der Gegensatz zu einer Klasse bzw. zu einer Menge von Klassen spezifiziert werden
    • Die Beziehungen zwischen den drei Klassen RDF, Resource Description Framework und XML Schema können damit so spezifiziert werden, dass RDF und Resource Description Framework dieselbe Klasse darstellen und das RDF zu XML Schema disjunkt ist
  • Boolesche Kombinationen können mit den Eigenschaften owl:unionOf für die Vereinigung, owl:intersectionOf für den Durchschnitt und owl:complementOf für die Negation verwendet werden, um eine neue Klasse zu bilden
  • Aufzählungstypen können mit owl:oneOf realisiert werden
  • Man kann Klassen definieren bzw. definierte Klassen exakter spezifizieren, indem man die erlaubten Eigenschaften mit Hilfe der Klasse owl:Restiction einschränkt
    • Innerhalb des Restriction-Elements muss ein owl:onProperty-Element verwenden werden, mit dem man die Eigenschaft angibt, die eingeschränkt werden soll
  • Zusätzlich werden die vier Klassen owl:Datatype, owl:Thing, owl:Nothing und owl:DeprecatedClass zur Verfügung gestellt
    • owl:Datatype ist von rdfs:Class abgeleitet und steht für alle Datentypen zur Verfügung. Dadurch wird zwischen objektwertigen und datenwertigen Eigenschaften unterschieden. Für Datenwerte bzw. Datentypen verweist man insbesondere auf die XML-Schema Datentypen, die über den Namensraum eingebunden werde können
    • owl:Thing wird typischerweise verwendet, um Objekte als solche zu kennzeichnen

Erweiterungen gegenüber RDF

    • class, subclass
    • property, subproperty
  • + Einschränkungen
    • range, domain
    • local, global
    • existential
    • cardinality
  • + Kombinatoren
    • union, intersection
    • complement
    • symmetric, transitive
  • + Abbildung/Beurteilung
    • equivalence
    • inverse

Arten

Nicht jeder benötigt den gesamten Sprachumfang von OWL. Daher gibt es 3 Versionen von OWL: 3 OWL Ausprägungen mit unterschiedlichem Sprachumfang

OWL Lite

Unterstützt die Nutzer, die im wesentlichen Hierarchien aus Klassifikationsräumen und einfache Einschränkungsfähigkeiten nutzen wollen.
Tools sind einfacher für OWL-Lite zur Verfügung zu stellen (im Gegensatz zu den audrucksstärkeren Versionen). Ermöglicht weiterhin eine schnellere Migration für Thesauri und anderen Taxonomien.

OWL DL

Unterstützt die Nutzer, die maximale Ausdrucksstärke benötigen, jedoch nicht auf vollständige und automatische Beweisführung verzichten wollen (umfangreiche Schlussfolgerungsmechanismen).
Dient der Unterstützung der existierenden Geschäftsfelder der Beschreibungslogik.

OWL Full

Dient Nutzern, die die maximale Ausdrucksstärke und den syntaktischen Freiraum von RDF, jedoch ohne Garantien hinsichtlich der Korrektheit, benötigen. Es ermöglicht die Erweiterung des (vordefinierten) RDF- oder OWL-Vokabulars. Aufgrund seiner Komplexität wird OWL Full im Semantic Web wohl kaum genutzt werden.

Kontext

Weiterführende Beiträge

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