Supply Chain Management

Definition

Akronym: SCM

SCM ist die ganzheitliche integrierte Planung und Steuerung der Prozesse über die gesamte Wertschöpfungskette mit dem Ziel der optimierten Bedürfnisbefriedigung des Kunden.

Supply Chain:

  • Versorgungskette, i.S.e. Abfolge von Aktivitäten zur erfolgreichen Versorgung von Kunden bzw. Märkten Klaus 2003, 507
  • Physische Aktivitäten des Produzierens, Lagerns und Transportierens mit gegenläufig verlaufenden Informations- und Geldflüssen
  • Abstimmung sämtlicher Leistungsflüsse und Aktivitäten zwischen den Beteiligten eines Wertschöpfungsnetzwerks zur Erreichung gemeinsamer Ziele
  • Kernprozesse: Planung, Beschaffung, Produktion, Distribution

Hauptproblem (ohne SCM):
Bullwhip Effekt = Nachfrageschwankungen, die zu Über- oder Unterkapazitäten führen

  • Ursachen
    • tiefgehende Lieferantenbeziehungen und daraus resultierender Koordinationsbedarf
    • unterschiedliche Prognosesysteme / unsynchronisierte Bestellmengen
    • Auftragsbündelung (hohe Kosten pro Auftragsabwicklung)
  • Folge
    • Wenn Synchronisation über verschiedene Stufen bzw. zwischen den Handelspartners nicht gewährleistet ist, kommt es durch Bedarfsschwankungen zu entkoppelten Planungen → Unsicherheiten in den Planungen setzen sich fort (schaukeln sich auf) → Ineffizienzen führen zu längeren Lagerzeiten, die höhere Kosten verursachen
  • Maßnahmen
    • Technische Unterstützung: automatische Regelkreise, die mit den jeweils vor- bzw. nachgelagerten Stufen der Wertschöpfungskette kommunizieren und Engpässe/Überschüsse weiter melden

Allgemeine Prinzipien

  • Positionierung
    • Kundenbedürfnisse ermitteln
    • Kritische Leistungen bestimmen
  • Postponement
    • Analyse der Produkt- und Prozessarchitektur
    • Schnittstellen standardisieren
  • Planung
    • Integration der IT-Systeme
    • Nutzung des Internets
  • Pull-Prinzip
    • Synchronisation der Wertschöpfungsstufen
    • Integration der Lieferanten
  • Partnerschaft
    • Aufbau von Systemlieferanten
    • Intensive Kommunikation

Strategien

Just-in-Time

JiT
Synchronisation von Beschaffung mit dem Bedarfszeitpunkt in der Produktion nach dem Pull-Prinzip
Ziel: (Fast) Keine Lagerbestände

Quick Response, QR

  • Belieferungs-/Distributionskonzept zw. Produzent/Händler oder Produzent/Lieferant
  • JiT für Produkte mit stark schwankenden Absatzverläufen (abgestimmte Saisonplanung)
  • POS-Daten werden (z.B. mittels EDI) an Produzenten weitergeleitet
  • Bestandsverantwortung des Lagers beim Händler

Continuous Replenishment, CR

  • Produzent erhält Bestandsverantwortung über das Lager beim Händler auf Basis aktueller Verkaufszahlen

Vendor Managed Inventory, VMI

  • Wie CR, jedoch Auffüllung der Warenbestände anhand konkreter Lagerbestandsdaten
  • Frequenz und Menge der Lagerauffüllungen sind Lieferanten freigestellt

Efficient Consumer Response, ECR

  • Kombination von Logistik- und Marketingkonzepten
  • Logistikkonzepte: CR, Cross Docking (CD), Synchronized Production (SP)
  • Marketingkonzepte: Efficient Production Introduction (EPI), Efficient Store Assortment (ESA), Efficient Promotion (EP)

Collaborative Planning, Forecasting and Replenishment

  • Baut konzeptionell auf JiT, QR, CR, VMI und ECR auf
    Ziel: kooperative Zusammenarbeit und gemeinsam verwaltete Informationen

Auswirkungen

  • Verbesserter Kundendienst und verbesserte Reaktionsmöglichkeiten
    • Stehen die richtigen Produkte zum richtigen Zeitpunkt zur Verfügung, kann die Kundennachfrage besser gedeckt werden
  • Kostenreduzierung
    • Gesamtkosten für die Lieferkette (Materialkosten, Lagerhaltung, Planungskosten, usw.) eines Unternehmens machen einen beträchtlichen Teil der Betriebsausgaben aus (bis zu 75 % seines Gesamtbudgets)
    • Reduzierung beeinflusst daher erheblich die Gesamtrentabilität
  • verbesserte Kapitalnutzung
    • Weniger Kapital im Lager gebunden
    • Führende SCM-Unternehmen haben eingesetztes Kapital zwei bis drei Monate schneller wieder zur Verfügung

Kontext

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