Inhaltsverzeichnis
Pflichtenheft
Definition
Die Grundlage für die Programmierung einer Softwarelösung ist das sogenannte Pflichtenheft.
- Das Pflichtenheft beschreibt die Funktionalitäten des geplanten Systems, die Systemumgebung, die Schnittstellen und Datenstrukturen.
- Anhand dieser Vorlage ist es möglich, die Entwicklung der Softwarelösung mit Angaben zu den Kosten und der Zeit (Aufwand) anzubieten.
- Zudem dient das Pflichtenheft zur Kontrolle bei der Abnahme der Software.
- Das Pflichtenheft beschreibt wie die Software erstellt werden soll
- Architektur und Interface
- Funktionalität
- Benutzeroberfläche → Softwareergonomie
- Qualitätsanforderungen
- Konstruktive Vorgaben → Module, Tools
- Datenstrukturen
- Hardware
- Daten- und Kommunikationsprotokolle
- Datensicherung und Datenschutz
- Dokumentation und Handbücher
- Wartungsmodalitäten
- Glossar
Inhalte
Das Pflichtenheft sollte folgende Informationen beinhalten:
- (semantische) Modellierung der projektrelevanten Teilausschnitte der Realität
- Beschreibung des Istzustandes, ggf. unter Zuhilfenahme von Organigrammen, Funktionsabläufen und/oder bereits vorhandener Datenmodellen
- Beschreibung des Sollzustandes, ggf. unter Zuhilfenahme von Organigrammen, Funktionsabläufen und/oder bereits vorhandener Datenmodellen
- Beschreibung der Ein- und Ausgaben des zu entwickelnden Programms
- Beschreibung von Datenstrukturen (Länge und Art der Daten, z.B. Gleit- oder Festkommazahlen, wie lang können maximal die jeweils abzuspeichernden Zeichenketten sein)
- Beschreibung des Datenaufkommens, d.h. der Datenmengen, Datenherkünfte etc.
- Beschreibung des Wegs von der Dateneingabe zur Datenausgabe (macht beispielsweise dies im Istzustand bereits jemand „von Hand“, so ist diese Person zu befragen und der genaue Funktionsablauf zu beschreiben, evtl. Berechnungsformeln etc. sind anzugeben)
- Beschreibung der geplanten Datenmanipulationsmöglichkeiten
- Angaben über die voraussichtlichen Zugriffshäufigkeiten und den Benutzerkreis (wer greift wie oft ggf. mit welchen anderen Benutzern gleichzeitig auf welche Datenbestände zu
- Angaben zu Sicherheitsaspekten (ist z.B. ein nach Hierarchien abgestufter Zugriff einzelnen Benutzer erforderlich, dürfen manche Benutzer nur bestimmte Daten ansehen/ändern, Passwörter, Administratorzugänge etc.)
- Angaben zum Datenschutz (ist z.B. der Betriebsrat mit einzubeziehen)
- Beschreibung von möglichen Validierungsprozeduren (Planung von Validierungstests, wer testet wann was wie lange etc.)
- Detaillierter Projektplan (wer macht wann was), z.B. in der Form eines Ganttdiagramms
- Art und Umfang evtl. neu anzuschaffender Hardware/Software/Personal
- Festlegung von Review-Terminen und evtl. Zahlungsbedingungen
- Festlegung von Projektpersonal und Verantwortlichkeiten auf Kundenseite
DIN 69901 Standardgliederung
- Unternehmenscharakteristik
- Name und Adresse des Unternehmens
- Branche, Produktgruppe, Dienstleistungen
- Unternehmensstruktur, Zahl der Betriebsstätten, Niederlassungen
- Unternehmensgröße, Wachstumsrate
- Organisation und Datenverarbeitung
- Weitere wesentliche Angaben zum Unternehmen
- Istzustand der Arbeitsgebiete
- Überblick und Zusammenhänge; evtl. Strukturorganisation
- bisherige Verfahren für die Arbeitsgebiete 1…n
- bisherige Hilfsmittel
- vorhandenes Fachwissen, Computer-Wissen, Organisationsniveau
- unternehmensspezifische Besonderheiten
- Bewertung des Istzustandes - Aufwand und Nutzen, - Stärken und Schwächen
- Zielsetzungen
- erwarteter quantifizierbarer Nutzen
- sonstige erwartete Vorteile
- Anforderungen an die geplante Anwendungssoftware
- Fachliche Anforderungen
- Überblick und Zusammenhänge
- Detaillierte Anforderungen an die Arbeitsgebiete 1…n
- wesentliche Verfahren
- wesentliche Ein- und Ausgabeinformationen
- Verarbeitungsarten und –häufigkeiten
- Unternehmensspezifische Besonderheiten
- Technische Anforderungen
- Qualitätsanforderungen –Integration
- Dateiorganisation
- Zugriffsberechtigung, Datensicherheit und –rekonstruktion, Form der Programmauslieferung
- Dokumentation und Schulung [Differenzierung in funktional und nichtfunktional]
- Mengengerüst
- Kartei/Stammdaten
- Bestandssätze, Belege / Zahl der Bewegungen
- sonstige Mengen- und Häufigkeitsangaben
- Anforderungen an Hardware und Systemsoftware
- Mitarbeiter für die Umstellung
- Zeitlicher Rahmen
Kontext
Weiterführende Beiträge
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