Inhaltsverzeichnis
Integrierte Informationssysteme
Definition
Akronym: IIS
- Integration
- Wiederherstellung eines Ganzen
- Verbesserte Effizienz eines Systems durch die Kooperation der beteiligten Elemente
- im Sinne des Vereinigens - neues Supersystem
- im Sinne des Verbindens - logische Kopplung
- Ein Prozess stößt einen anderen an → arbeitsplatz-, abteilungs- oder unternehmensübergreifender Informationsfluss
- Automation
- Automatischer Informationstransfer, wenn Informationen zwischen Informationssystemen ohne manuellen Eingriff übertragen werden
- Teilautomatischer Informationstransfer, wenn menschliche Eingriffe notwendig sind
Teilsysteme
- Administrationssysteme
- Zielen auf die Rationalisierung der Massendatenverarbeitung und damit auf Kostensenkung und die Entlastung des Personals von Routineaufgaben
- Decken die betriebswirtschaftlichen Aufgaben ab, in denen Bestände (Artikel, Konten, Verträge) zu verwalten und Abrechnungen (Fakturierung, Buchführung, Kostenrechnung) vorzunehmen sind
- Bsp: FiBu, Lohn / Gehalt
- Dispositionssysteme
- Sind oft mit Administrationssystemen verbunden und zielen auf die Vorbereitung bzw. Automatisierung von Entscheidungen
- Beispiele: Bestellwesen, Versand, Mahnwesen, Werkstattsteuerung
- Planungssysteme (→ PuK)
- unterstützen die Planung auf Basis der operativen Systeme
- Entscheidungsfindung bei schlecht strukturierten Problemen, die in größeren Zeitabständen anfallen
- Während bei Dispositionssystemen häufig Vollautomation möglich ist, beruhen PuK auf Mensch-Maschine-Dialogen
- Beispiele: Investitions- oder Produktionsprogrammplanung
- Kontrollsysteme (→ PuK)
- Ergänzen Planungssysteme, indem sie die Einhaltung von Plänen überwachen und Hinweise auf korrigierende Maßnahmen geben
Integration nach Mertens
Integrationsgegenstand
Integrationsrichtung
- Horizontal
- Verbindet unterschiedliche Anwendungen, Prozesse in den Administrations- und Dispositionssystemen
- Integration innerhalb eines Prozesses der Leistungserstellung, d.h. Abstimmung und Verknüpfung der verschiedenen Teilsysteme der betrieblichen Wertschöpfungskette
- Vertikal
- Zur Versorgung der Planungs- und Kontrollsysteme aus den Administrations- und Dispositionssystemen
- Kann „real-time“ oder periodisch geschehen (Data Warehouse)
Integrationsreichweite
- Bereichintegration in einem Unternehmenssektor- oder Prozess (z.B. Anlagenbuchhaltung)
- Bereichsübergreifende Integration von Funktionen und Prozessen (z.B. PLM oder CIM)
- Innerbetriebliche Integration als Bereichs- und Prozessübergreifende Integration
- Zwischenbetriebliche Integration (B2B)
- vgl. auch Entwicklungsphasen von Anwendungsystemen
Automatisierungsgrad
- Vollautomatisch: Trigger, Vom System bestimmt
- Teilautomatisch: Mensch-Maschine Dialoge
Vorteile integrierter Informationsverarbeitung
- Zurückdrängen der negativen Auswirkungen der Funktionsorientierung (z.B. formale Organisationsstruktur)
- Bildung eines Rahmens für integrierte Vorhersage-, Planungs- und Optimierungsmodelle
- Reduktion der personellen Eingabeaufwände auf ein Minimum, da Daten von mehreren Programmen genutzt werden können
- Realisierung komplexer betriebswirtschaftlicher Konzepte (wie elektronische Kostenplanung) auf Basis umfassender Integration
- Erhöhte Vollständigkeit, z.B. durch Pflichtfelder, Feldprüfungen und Workflows (Folgetätigkeiten werden nicht vergessen)
- Verminderung des Speicher- und Dokumentationsaufwands
- Inkorrekte Daten können durch eine bereichsübergreifende und damit häufigere Nutzung schneller erkannt werden
Nachteile integrierter Informationsverarbeitung
- Kettenreaktionen bei Falscheingaben – Fehler sind nicht mehr nur auf bestimme Aufgaben beschränkt sondern ziehen sich durch komplette Prozesse
- Aufwandserhöhung bei einfachen oder selten durchgeführten Aufgaben
- Komplizierte Softwaretests und Programmmodifikationen
- Notwendigkeit geeigneter Systemplaner
- Systemaufbau aus „Best of Breed“ Lösungen oder kostengünstigen Systemen – Wird eine integrierte Lösung wie SAP - Begriffe im SAP Umfeld genommen ist der Anspruch auf die ‚beste‘, ‘kostengünstigste‘ oder ‚bedienerfreundlichste‘ Lösung nicht immer erfüllt
- Umgang mit Altsystemen – Wächst ein Unternehmen und/oder kauft andere Unternehmen hinzu sind heterogene Systeme zu integrieren; geschieht dies nicht konsequent entsteht ein komplexes, immer schwerer anpassbares IIS
- Kosten und Aufwand – Die Realisierung eines IIS bedeutet eine erhebliche Investition, welche evtl. durch Zeit- oder Kostendruck in Teilbereichen durch Insellösungen abgekürzt wird

