Customer Relationship Management
Definition
Akronym: CRM
Ist ein kundenorientierter Managementansatz, bei dem Informationssysteme die Informationen für die Bereiche Marketing, Verkauf und Service integriert bereitstellen und damit zur Verbesserung von Kundengewinnung, -bindung und -profitablilität beitragen.
Kernprozesse: Marketing, Evaluation, Kauf, After-Sales
Kernstück eines jeden CRM-Systems ist die Kundendatenbank
Gestaltungsbereiche
Operatives CRM
Unterstützung grundlegender Prozesse in den Bereichen Marketing, Verkauf und Service.
Aufgaben: Unterstützung aller den Kunden tangierenden Geschäftsprozesse in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Service
- Produktkonfiguration, Preisfindung
- Kampagnen- & Eventmanagement
- Outbound Call Center (Terminvereinbarung, Adressüberprüfung, Markt- und Meinungsforschung)
- Cross Selling, Upgrading
- Kundenbonitätsprüfung
- Wartungsdienststeuerung
- Beschwerdemanagement
Analytisches CRM
Aufbauend auf den Daten des operativen CRM werden mittels statistischer Verfahren Kundenbedarf, -verhalten und -wert ermittelt.
Bereiche: rückblickend vs. vorausschauend (Kaufvorhersagen)
Aufgaben:
- Aufbau, Pflege und Erhalt der für die Kundenbeziehung notwendigen Informationen
- Analyse, Bewertung, Visualisierung
- Marktforschung und Informationsgewinnung
- Marktsegmentierung
- Kunden(gruppen)selektion (auch unrentabler/inaktiver Kunden)
- Unterstützung des Außendienstes
Techniken:
Kooperatives CRM
- Auch kommunikatives CRM
- Kundenintegration über verschiedene Kanäle, z.B. Außendienst, Telefon, Mailings (Post/E-Mail), Internet, etc.
Aufgaben: Steuerung und Synchronisation aller Kommunikationskanäle mit dem Kunden
- Integration aller Kommunikationskanäle, z.B. in einem Customer Interaction Center als Weiterentwicklung des „traditionellen“ Call-Centers
- Steuerung und Synchronisation der Kundenkontakte
- Optimierung nachgelagerter Geschäftsprozesse
Aber auch Kontakte in Richtung der Lieferanten & Partner (Partner Relationship Management (PRM), Supplier Relationship Management (SRM))
Ziele
- Kundenorientierung statt Produktorientierung
- Aufbau langfristig profitabler Kundenbeziehungen zur Sicherung und Steigerung des ökonomischen Erfolgs
- enge Kundenbindung (Wechsel soll erschwert werden)
- Erhöhung des Kundenwertes (Customer Lifetime Value)
- Erlaubt Präferenzstrukturen herauszufinden und vorherzusagen
- Kundendifferenzierung statt Gleichbehandlung
- Aufbau individueller Kundenbeziehungen
- Multikanalstrategie statt Parallelkommunikation
- bedürfnisorientierte Servicestrategie statt Einheitsangebot
- Individualisierung statt Standardisierung
- Zielgenauigkeit statt Streuprinzip
- Zielgenauigkeit statt Technikorientierung
- Lösungsangebot statt Katalog
- Aktion statt Reaktion
Effekte
- Kundenbindung rentabler als Neugewinnung
- Lerneffekte → Kosten sinken mit steigenden Dauer einer Kundenbeziehung
- Wiederkaufraten steigen mit steigender Dauer der Beziehung
- Stammkunden akzeptieren Preissteigerungen
Erfolgsfaktoren
- Einführungsprojekt
- Einführungskonzept mit überschaubaren Schritten
- Zentral koordinierte Einführung
- Unterstützung durch Geschäftsleitung
- Frühzeitiges Einbeziehen der Anwender
- Passende Auswahl des Implementierungspartners
- Organisation
- Zentral gesteuerter Marketing- und Vertriebsbereich
- Organisation nach Kundensegmenten
-
- Leistungsdefinition entlang des Kundenlebenszyklus
- Anpassung und Standardisierung der CRM-Prozesse
- Systemarchitektur
- Systemauswahl unter Marktführern
- Minimales Customizing des CRM-Systems
- Umfassende Integration des CRM-Systems
- Wirtschaftlichkeit
- Verbindungen zur Balanced Scorecard
- Messsytem für CRM-Effekte
Metriken
- Strategische Metriken
- Dimensionen der Balanced Scorecard
- Kundenorientierte Metriken
- Conversion rate = Käufe vs. Kontakte
- Up-/ Cross-Selling
- Churn-rate = Absprungrate vom Kauf
- Operative Metriken
- Mailing-Kosten
- Telefonkosten (pro Anruf / pro erfolgreichem Verkaufsgespräch)
