Modell

Definition

Modelle sind eingeschränkte (geistige) Reproduktionen von möglichen und/oder wirklichen Prozessen, Beziehungen und Funktionen eines Systems mittels Analogien (Algorithmen) oder das Nutzen solcher Analogien in anderen materiellen oder ideellen Systemen.

Ein Modell ist ein vereinfachendes Abbild von Eigenschaften und Beziehungen eines Systems.
⇒ Modelle sind immer zweckbezogen!

Ein Modell zeichnet sich also durch Abstraktion aus, d.h. die bewusste Vernachlässigung bestimmter Merkmale, um die für den Modellierer oder den Modellierungszweck wesentlichen Modelleigenschaften hervorzuheben.

Merkmale

  • Abbildungsmerkmale
  • Verkürzungsmerkmale
    • Von einem Modell für ein Original kann dann gesprochen werden, wenn ein Original in verkürzter Weise abgebildet wird, d.h. wenn
      • einige Originalattribute fortgelassen werden - Präterition
      • einige Originalattribute zusätzlich eingeführt werden - Abundanz
      • einige Originalattribute mit anderen Bedeutungen belegt werden - Transkodierung
      • einige Originalattribute hervorgehoben werden - Kontrastierung
  • pragmatische Merkmale

Informale Definition

  • System, das ein anderes zweckorientiert abbildet
  • (aus BWL Sicht)

Formale Definition

  • → eindeutige Begriffsdefinition (z.B. Rechteck = Objekt)
  • Objektsystem: abgebildetes System
  • Modellsystem: bildet Objektsystem ab
  • Modellabbildung: Abbildungsbeziehung zwischen Objekt- & Modellsystem

Semi-formale Modellsysteme

  • nicht eindeutig definiert
  • Enthalten einen formalen und einen informalen Anteil

Beispielhafte Zwecke

  • Abbildung von Anforderungen
  • Strukturierung / Überblick von Sachverhalten
  • Vorgabe für Implementierung
  • Systematische Planung

Anforderungen an Modelle

  • Zielgruppenbezogenheit
  • Konsistenz
  • Reduktion der Beliebigkeit

Aufgaben von Modellen

Durch Modelle wird versucht, Folgezustände in der realen Welt zu beschreiben (wie es ist), zu erklären (warum es ist, wie es ist) und vorauszusagen, indem

  1. vom jetzigen Zeitpunkt der Realität ausgegangen wird
  2. die relevant erscheinenden Größen identifiziert werden
  3. sie und ihre Zusammenhänge vereinfacht in sprachlicher, grafischer oder formaler Darstellung ausgedrückt werden
  4. und mit Hilfe dieses praktikablen Konstrukts innerhalb der erreichten Modellebene Prognosen, Vorausberechnungen versucht werden.

Modellarten

Lassen sich in Abhängigkeit von dem Angleichungsgrad an das Original herleiten

  • Konzeptuelle Modelle
    • besitzen den höchsten Abstraktionsgrad und beschreiben die Systematik eines Informationssystems
    • Stellt Modellmuster bzw. Entwurfsmuster dar, das als idealtypisches Modell für die Klasse der zu modellierenden Sachverhalte betrachtet werden kann (Bsp.: CIM, PLM)
  • Implementierungsmodelle
    • Unternehmensbezogene Anpassung von Referenzmodellen
  • Technisches Modell
    • Konkretisierung von Implementierungsmodellen
    • Vorgehensmodelle beschreiben und visualisieren die Abfolge von Tätigkeiten während in der Modellierung Ist- bzw. Soll-Zustände erfasst und visualisiert werden

Modelle in der angewandten Informatik

  • Architekturmodelle
    • Programmiermodell, Referenzmodell, Farbmodell, ….
  • Entwurfsmodelle
    • Systemmodell, Modellierungssprache, Datenbankmodell, Ereignismodell
  • Untersuchungsmodelle
    • Mathematisches Modell, Analytisches Modell, Simulationsmodell, …
  • Mentale Modelle
    • Konzeptionelless Modell, Schichtenmodell, Modellvorstellungen, …

Kontext

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