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Systems Applications Architecture
Definition
Akronym: SAA
- Sammlung von Standards für die System-übergreifende Softwareentwicklung
- Ende der 1980er Jahre durch IBM eingeführt
- grundsätzliche Regeln der Bildschirmverordnung:
- Software darf den Benutzer nicht mit Dingen belasten, die er nicht zur Bewältigung der Arbeit braucht
- systembedingte Aufgaben muss das Programm selbstständig ausführen → Hinweise, die nur bestätigt werden können sind zu vermeiden
- Einmal vorgenommene Eingaben dürfen sich nicht wiederholen
- jeder Dialog muss abgebrochen werden können, bzw. muss ein Zurück-Knopf vorhanden sein
- Bildschirm muss sinnvoll eingeteilt sein, zusammengehörige Informationen sollten zusammen liegen
- einmal getroffene Vereinbarungen müssen überall im Programm persistent sein (gleiche Position für Buttons und Eingabefelder)
- in einem Dialogfenster sollen nicht mehr als 40% mit Dialogelementen vergeben sein → Übersichtlichkeit
- Schriftschnitte sollten sparsam verwendet werden
Bestandteile
- CPI - Common Programming Interface
- enthält Empfehlungen für Programmiersprachen und Zusatzsprachen (SQL,…)
- CCS - Common Communication Support
- enthält Empfehlungen für die Einbindung von Anwendungen in eine Netzarchitektur
- CUA - Common User Access
- enthält Empfehlungen an die Benutzeroberfläche (GUI-Darstellung)
- regelt die Begrifflichkeiten der verschiedenen Programm-Bestandteile für alle bekannten Sprachen zur Schaffung einer einheitlichen Kommunikationsgrundlage bei der Entwicklung und späteren Benutzung in verschiedenen Ländern
- regelt Vorgaben für verschiedene Sichtelemente, die programmübergreifend an den gleichen Stellen zu finden sein sollten, um Verwendung von Software zu vereinfachen
- das User Interface kann: Kommando-, Menü- oder GUI-gesteuert sein
Anzeigeelemente nach SAA/CUA
Menüs
- ist eine funktionsorientierte Liste von Auswahlmöglichkeiten
- nicht selektierbare Elemente sollten grau sein
- solange zu sehen, bis Menü-Option gewählt ist oder abgebrochen wird
- Menübalken
- befindet sich unterhalb der Titelleiste
- sollte bei mehr als 6 Wahlmöglichkeiten vorhanden sein, aber insgesamt nicht mehr als 8 Menüs enthalten
- Anordnung hat nach dem Gebrauch oder logischen Kriterien zu geschehen
- Verben sollten stets Aktionen auslösen
- sind Menüs über Tastenkombinationen zu öffnen, sind betreffende Buchstaben zu unterstreichen
- Pop-Up Menü (Kontextmenü)
- üblicherweise durch Rechtsklick zu öffnen
- Inhalt vom aktuellen Objekt abhängig → lokaler Geltungsbereich
Buttons
- PushButton
- möglichst ein Wort
- Gruppierung nach Funktionalität
- keine Einstellungsarbeiten
- werden nur kurzzeitig aktiviert
- SpinButton
- Auswahl einer Alternative
- Wertveränderung in vorgegebener Schrittweise
- Verwendung als Zähler
- CheckButton
- Auswahl mehrerer Alternativen
- Gruppierung in Spalten mit max. 7 Alternativen
- RadioButton
- Auswahl einer Alternative aus mehreren
- Gruppierung in Spalten mit max. 7 Alternativen
Boxen
- ListBox
- vordefinierte Liste
- mindestens 4 Zeilen sollten sichtbar sein (vertikale Anordnung)
- dynamische Anzahl, Mehrfachselektion möglich
- DropDown (Choice)
- durch 1 Eintrag repräsentiert, „Pfeil“ öffnet Liste
- max. 10-12 Einträge
- statische Anzahl, nur Einfachselektion möglich
- „Sparvariante“ zur Listbox ! Verwendung bei Platzmangel
- CombinationBox
- Textfeld + ListBox
- Eingabe neuer Werte möglich ! Erweiterung der Auswahlliste
- DropDown-CombinationBox
- Textfeld + ListBox + DropDown
Sliders
- Schieberegler (manipulierbar), z.B. Lautstärkeregelung
- Fortschrittsbalken
- repräsentiert Anzahl und lässt Auswahl zu
- wenn es sinnvoll ist dass der aktuelle Wert im Verhältnis zu allen möglichen Werten gezeigt wird
- Skala bereitstellen
- Slider Buttons um kleinste Sprünge zu wählen
Eingabefelder
- ein oder mehrere Texteingabezeilen
- wenn unveränderbar read-only
- wenn Eingabemöglichkeiten nicht in Listen dargestellt werden können
- breit genug machen und mindestens 4 Zeilen
- Scrollbar anfügen
Farben
- Farben sollten Träger von Information sein und nicht zum Schmücken
- jedoch nicht einziger Träger von Informationen
- nicht mehr als 6 Farben auf einer Oberfläche
- abgestimmt nach Muster und nach psychologischer Bedeutung
- auf gesättigte Farben verzichten
- auf hellem Hintergrund Magenta, Rot, Blau, Schwarz
- auf dunklem Hintergrund Weiß, Gelb, Grün
- Aufmerksamkeit durch Farben die im Farbkreis gegenüber stehen (Komplementärfarben)
- Eigenschaften:
- Farbton = Eigenschaft nach der man Farbeindrücke unterscheidet; derselbe Farbton kann sich in Helligkeit (rosa) und Sättigung unterscheiden (grau)
- Helligkeit =
(beschreibt wie hell oder dunkel ein Körper erscheint)- 2 Farbtöne konstant lassen und 3. verändern
- Sättigung =
(Stärke der Farbe) - wenn alle Kanäle gleich dann grau
- wenn einer 0 dann größte Sättigung
- 1 Farbton konstant und beiden anderen äquivalent erhöhen/senken
Ton
- Ton sehr sparsam verwenden
- zur Unterstützung von Behinderten



