Gestaltung von Bildschirmarbeit nach DIN EN ISO 9241

Definition

Diese Norm ist der internationale Standard für die Gestaltung von Bildschirmarbeit. Im Sinne der Bildschirmarbeitsverordnung legen betriebliche Entscheider zunehmend Wert auf die Einhaltung dieser Norm.

  • ISO 9241
    • internationaler Standard
    • Richtlinie der Interaktion zwischen Mensch und Computer
    • seit 2006 mit dem deutschen Titel Ergonomie der Mensch-System-Interaktion
    • Die Normreihe beschreibt Anforderungen an die Arbeitsumgebung, Hardware und Software.
    • Ziel der Richtlinie ist es, gesundheitliche Schäden beim Arbeiten am Bildschirm zu vermeiden und dem Benutzer die Ausführung seiner Aufgaben zu erleichtern
  • EN ISO 9241
    • gilt nach EU-Rechtsprechung auch als Standard zur Bewertung der Forderung nach Benutzerfreundlichkeit aus der Bildschirmarbeitsverordnung (BildscharbV).
    • Software-Ergonomie ist die Wissenschaft von der Benutzbarkeit und Gebrauchstauglichkeit von Computer-Programmen.
    • Software-Ergonomie ist ein Teilgebiet der Mensch-Computer-Interaktion.

Aufbau

Teil 1: Allgemeine Einführung
Teil 2: Anforderungen an die Arbeitsaufgaben – Leitsätze
Teil 3: Anforderungen an visuelle Anzeigen
Teil 4: Anforderungen an Tastaturen
Teil 5: Anforderungen an die Arbeitsplatzgestaltung und Körperhaltung
Teil 6: Anforderungen an die Arbeitsumgebung
Teil 7: Anforderungen an visuelle Anzeigen bezüglich Reflexionen
Teil 8: Anforderungen an Farbdarstellungen
Teil 9: Anforderungen an Eingabegeräte außer Tastaturen
Teil 10: Grundsätze der Dialoggestaltung1)
Teil 11: Anforderungen an an die Gebrauchstauglichkeit – Leitsätze
Teil 12: Informationsdarstellung
Teil 13: Benutzerführung
Teil 14: Dialogführung mittels Menüs
Teil 15: Dialogführung mittels Komandosprachen
Teil 16: Dialogführung mittels direkter Manipulation
Teil 17: Dialogführung mittels Bildschirmformularen

Grundsätze der Dialoggestaltung

Die 2006 eingeführte Änderung der Norm (9241-10 → 9241-110) definiert keine neuen „Dialogdiziplinen“, konkretisiert jedoch einige Definitionen.

Aufgabenangemessenheit

Ein Dialog ist aufgabenangemessen, wenn er den Benutzer unterstützt, seine Arbeitsaufgabe effektiv und effizient zu erledigen.

Selbstbeschreibungsfähigkeit

Ein Dialog ist selbstbeschreibungsfähig, wenn jeder einzelne Dialogschritt durch Rückmeldung des Dialogsystems unmittelbar verständlich ist oder dem Benutzer auf Anfrage erklärt wird.

Steuerbarkeit

Ein Dialog ist steuerbar, wenn der Benutzer in der Lage ist, den Dialogablauf zu starten sowie seine Richtung und Geschwindigkeit zu beeinflussen, bis das Ziel erreicht ist.

Erwartungskonformität

Ein Dialog ist erwartungskonform, wenn er konsistent ist und den Merkmalen des Benutzers entspricht, z.B. seinen Kenntnissen aus dem Arbeitsgebiet, seiner Ausbildung und seinen Erfahrungen sowie allgemein anerkannten Konventionen.

Fehlertoleranz

Ein Dialog ist fehlertolerant, wenn das beabsichtigte Arbeitsergebnis trotz erkennbar fehlerhafter Eingaben entweder mit keinem oder nur minimalen Korrekturaufwand seitens des Benutzers erreicht werden kann.

Individualisierbarkeit

Ein Dialog ist individualisierbar, wenn das Dialogsystem Anpassungen an die Erfordernisse der Arbeitsaufgabe sowie die individuellen Fähigkeiten und Vorlieben des Benutzers zulässt.

Lernförderlichkeit

Ein Dialog ist lernförderlich, wenn er den Benutzer beim Erlernen des Dialogsystems unterstützt und anleitet.

Kontext

Weiterführende Beiträge

1) Hinweis Wikipedia: Seit 2006 veraltet und durch Teil 110 ersetzt.

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